• Die Drehbewegung der Rotorblätter von Windenergieanlagen führt bei entsprechender Witterung mit Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter zu einer schnelleren Abkühlung an den Flügeln, zum Gefrieren der Nässe (Kondenswasser, Nebel, Regen) und zur verstärkten Eisbildung.
  • Es besteht die Gefahr, dass sich Eisstücke lösen und die Umgebung der Windkraftanlagen gefährden (Eiswurf). Aufgrund der Drehbewegung der Flügel können Eisstücke in einem größeren Radius um die Anlage geschleudert werden. In gefährdeten Lagen müssen Windenergieanlagen zur Vermeidung von Eiswurf mit Eiserkennungs- und Eisabschaltsystemen ausgestattet werden, die in Gefahrensituationen die Anlage automatisch abschalten.
  • Obwohl moderne Anlagen mit diesen automatischen Abschaltanlagen ausgestattet sind, ist die Gefahr des Eiswurfs nicht generell zu verhindern. Zum einen wird immer wieder berichtet, dass es zu Ausfällen dieser Technik kommt, was Pressemeldungen über Eiswurf in einem Radius bis über 100 m erklärt.
  • Aber auch bei abgeschalteten Anlagen ist der Bereich um den Turm und unter den Rotorblättern gefährdet, wobei die Ablenkung durch den Wind beachtet werden muss. Vor allem kurz vor der automatischen Abschaltung und insbesondere beim Wiederanfahren der Anlage nach einer Abschaltung ist die Eiswurfgefahr besonders groß.
  • Die Gefahr des Eiswurfs liegt in Sach- und Personenschäden; das Risiko schwerwiegender Verletzungen ist nicht ausgeschlossen. Warntafeln im Umfeld der Anlagen machen auf dieses Risiko aufmerksam.
  • Trotz der technischen Möglichkeiten automatischer Abschaltsysteme dürfen daher Windkraftanlagen aufgrund der verbleibenden Gefährdung nicht in Bereichen errichtet werden, die von Menschen und/oder durch Tierhaltung genutzt werden.
  • Der Gefahr des Eiswurfs muss u.a. durch entsprechende Abstände der Standorte der Windkraftanlagen zu Wohnhäusern, zu landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie zu Rad- und Wanderwegen, Waldwegen, Parkplätzen und Straßen begegnet werden. Faktisch sind alle Bereiche betroffen, die von Personen - seien es Land- oder Forstwirte, Spaziergänger, Wanderer, Skiläufer, Radfahrer - aufgesucht werden.

    Bildnachweis:
    Bürgerinitiative Windkraftfreier Soonwald