Was wird eigentlich gerade an der Hochspannungsleitung gemacht?

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Viele fragen sich angesichts der aktuellen Bauarbeiten:
Was passiert eigentlich an der Hochspannungs-Freileitung zwischen Niedernhausen und Oberjosbach?

Bestehende Trasse wird für Ultranet umgerüstet

Die vorhandene Hochspannungsleitung zwischen Niedernhausen und Oberjosbach wird künftig zusätzlich für Ultranet, eine 380-kV-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ), genutzt. Über die bestehende Freileitungstrasse sollen damit bis zu 2.000 Megawatt übertragen werden.

Dafür müssen die vorhandenen Masten technisch umgerüstet werden. Unter anderem werden Isolatoren ausgetauscht und einzelne Masten um rund 7,5 Meter erhöht.

Am Donnerstag, 16. Juli, ist der Mast auf dem Schäfersberg an der Reihe. Der komplette Mast wird mit einem Mobilkran angehoben, damit ein vorbereitetes Zwischenstück eingesetzt werden kann. Das dürfte auch aus einiger Entfernung gut zu beobachten sein – von Oberjosbach aus beispielsweise vom Schwimmbadweg in Verlängerung des Akazienwegs.

Masterhöhung Ultranet

Eine bislang besondere Kombination

In Teilen der Bevölkerung bestehen Bedenken gegenüber der neuen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik, aber auch hinsichtlich der dauerhaften Verfestigung der bestehenden Freileitungstrasse durch die zusätzliche Nutzung für Ultranet.

Über mögliche langfristige Auswirkungen der neuen Gleichstromleitung auf Umwelt und Gesundheit wird weiterhin diskutiert. Eine Besonderheit von Ultranet ist die gemeinsame Führung von Gleich- und Wechselstrom-Höchstspannung auf denselben Masten.

Streit um mögliche Trassenalternativen

Die Bundesnetzagentur hat die vom Verein Umweltschutz Taunus e. V. – vormals BI Ultranet – vorgeschlagenen Trassenalternativen im Planfeststellungsverfahren nicht berücksichtigt. Der Verein klagt deshalb gegen den Planfeststellungsbeschluss und fordert eine erneute Prüfung von Alternativen. Dazu gehört auch eine kleinräumige Verschwenkung der Trasse im Raum Niedernhausen.

Eine solche Verschwenkung würde die Belastungen jedoch nicht beseitigen, sondern teilweise verlagern – auf den Ortsteil Oberjosbach und die dortigen Waldflächen.

Oberjosbach ist bereits durch den geplanten Rhein-Main-Link und mögliche Windenergieanlagen im Wald von erheblichen zusätzlichen Eingriffen bedroht. Eine weitere Inanspruchnahme von Waldflächen für eine Verschwenkung der Ultranet-Trasse lehnen daher sowohl der Ortsbeirat Oberjosbach als auch die Bürgerinitiative ProWald Niedernhausen ab.

Bauarbeiten laufen trotz Klage weiter

Die laufende Klage hat keine aufschiebende Wirkung. Die Arbeiten an der Freileitung laufen daher seit Ende 2025 und sollen nach derzeitiger Planung bis Ende 2026 abgeschlossen sein.