• Hessen hat das Ziel, den Energieverbrauch des Landes bis 2050 möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien abzudecken. Da der Windenergie dabei ein großer Stellenwert beigemessen wird, sollen zwei Prozent der Landesfläche zum Ausbau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Ziel ist es, zukünftig 70 Prozent des Stroms aus Windkraft langfristig sicher zu stellen. Theoretisch sind hierfür etwa 4.000 Windräder mit 3-4 MW Leistung bei 2000 Vollaststunden pro Jahr notwendig.
  • Im Landesentwicklungsplan Hessen wurden hierzu die landesweiten Vorgaben zur Nutzung der Windenergie bestimmt. Der Landesentwicklungsplan wurde am 11. März 2013 durch die Landesregierung beschlossen und der hessische Landtag hat der Änderung am 27. Juni 2013 zugestimmt. Seit dem 11. Juli 2013 ist dieser rechtskräftig. Als Kriterien werden unter Anderem angeführt:
    • Mindestens 5,75 m/s in 140 m über Grund
    • Mindestens 1000 m Abstand zu Siedlungsflächen
    • Nicht in Nationalparks, Welterbestätten
    • Mindestens 3 Windkraftanlagen in einem Vorranggebiet
  • Die Regierungspräsidien setzen die Ziele und Vorgaben des Landes im Rahmen eines Regionalplans um. Für unsere Region wird der Regionalplan Südhessen vom Regierungspräsidium Darmstadt erstellt und der Regionalversammlung zur Abstimmung vorgelegt.
  • Im Rahmen der Aufstellung des Regionalplanes sind Suchräume für die Windkraftnutzung definiert worden. Als Entfernung von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen wurde ein Suchraumabstand von mindestens 1000 m festgelegt. Es sind Gebiete enthalten, die in 140 m Höhe eine Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 m/s aufweisen.
  • Nach Bewertung von Konfliktkriterien (z.B. Belange der Flugsicherung und des Naturschutzes) wurden Vorranggebiete für die Windkraftnutzung festgelegt. Die ausgewiesenen Vorranggebiete sind für die Errichtung von Windkraftanlagen zu nutzen. Der Bau an einem anderen Standort ist unzulässig (Ausschlusswirkung). Die Regionalversammlung, in der die einzelnen Landkreise und Städte vertreten sind, beschließt über die potenziellen Vorranggebiete (2 Prozent der Landesfläche).